Depressionen: IV-Stelle Kanton Bern sensibilisiert Arbeitgebende

Medienmitteilung vom 20. Januar 2015

 

Um mehr Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen im Arbeitsprozess zu behalten, ist die Invalidenversicherung auf das Verständnis und die Unterstützung von Arbeitgebenden angewiesen. Zur Sensibilisierung von Führungspersonen lancierte die IV-Stelle Kanton Bern die Veranstaltungsreihe «Berufliche Eingliederung konkret». Der zweite Anlass fand am 20. Januar 2015 zum Thema Depressionen statt und wurde von rund 200 Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern besucht.


Gesundheitliche Einschränkungen wie Rückenbeschwerden und Depressionen haben nicht nur beträchtliche Folgen für die Betroffenen, sondern stellen auch deren Arbeitgebende vor zahlreiche Fragen und verursachen hohe Kosten für die Wirtschaft. Die Invalidenversicherung soll dafür sorgen, dass mehr Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen im Arbeitsmarkt bleiben können. Damit die IV dieses Ziel erreichen kann, ist sie auf eine gute Zusammenarbeit mit Unternehmen angewiesen. Die IV-Stelle Kanton Bern bietet Arbeitgebenden gemeinsam mit dem Handels- und Industrieverein des Kantons Bern, dem Berner KMU und dem Verband der Arbeitgeber der Region Bern eine Veranstaltungsreihe «Berufliche Eingliederung konkret» an. An drei Anlässen werden häufig auftretende Krankheitsbilder und ihre Auswirkungen auf den Arbeitsalltag vorgestellt. Ziel ist es, Führungspersonen mit gezielten Informationen von Fachärzten sowie Eingliederungsfachleuten zu sensibilisieren.

 

Depressionen: Offene Gespräche und individualisierte Lösungen

Am Dienstag, 20. Januar 2015 fand die zweite Veranstaltung der Reihe zum Thema «Wenn Mitarbeitende Depressionen haben» im Hauptsitz der IV-Stelle Kanton Bern statt. Depressionen betreffen laut Studien 15 Prozent der Männer und 25 Prozent der Frauen einmal im Laufe ihres Lebens. Herr Dr. med. Thomas Ihde-Scholl, Chefarzt Psychiatrische Dienste der Spitäler fmi AG, Berner Oberland, zeigte den interessierten Teilnehmenden die verschiedenen Formen einer depressiven Erkrankung auf. Er löste weit verbreitete Mythen rund um das Thema Depressionen auf und erläuterte, wie die Situation am Arbeitsplatz mit konkreten Massnahmen verbessert werden kann. Entscheidend sei, rechtzeitig offen über die Krankheit zu sprechen und gemeinsam mit den Betroffenen individualisierte Lösungen zu finden.

Welche Rolle die IV in einer solchen Situation einnimmt und mit welchen Massnahmen sie die Beteiligten unterstützen kann, präsentierten Dr. med. Ruth Gergen, Ärztin Regionaler Ärztlicher Dienst und Nadine Walker, Teamleiterin Eingliederung der IV-Stelle Kanton Bern. Anhand eines konkreten Praxisbeispiels zeigten sie auf, wie mit einer guten Zusammenarbeit zwischen der versicherten Person, dem Arbeitgeber und der IV-Stelle optimale Lösungen für alle Beteiligten gefunden werden können. Im Anschluss an die Referate wurden die gewonnenen Erkenntnisse beim gemeinsamen Apéro angeregt diskutiert.

 

Veranstaltungsreihe entspricht einem grossen Bedürfnis

Die Veranstaltung vom 20. Januar wurde von über 200 interessierten Arbeitgebenden aus den verschiedensten Branchen besucht. Auch die erste Durchführung vom 25. November 2014 zum Thema «Wenn Mitarbeitende Rückenbeschwerden haben» verzeichnete 150 Besucherinnen und Besucher. Diese Zahlen zeigen, dass es einem grossen Bedürfnis der Arbeitgebenden entspricht, mit der IV in einen Dialog zu treten. Die IV-Stelle Kanton Bern erwartet auch für die dritte Veranstaltung vom 17. März 2015 mit dem Titel «Wenn Mitarbeitende schwierig sind» zahlreiche Interessierte. Zu hoffen ist, dass anschliessend noch mehr Führungspersonen die gesundheitlichen Probleme ihrer Mitarbeitenden frühzeitig erkennen und entsprechende Schritte einleiten, um die Mitarbeitenden im Arbeitsprozess zu behalten.

 

Kontakt:

IV-Stelle Kanton Bern, Doris Aebi, Leiterin Kommunikation
Tel. 058 219 75 63, doris.aebi@ivbe.ch

 

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